Kolumnen,  Lifestyle

Ordnung ins Desaster

Hilfe. Meine Küchenschränke sind so voll, dass ich gar nicht mehr weiss, welche Lebensmittel ich überhaupt besitze. Kennt ihr dieses Gefühl? So oft habe ich mir vorgenommen, endlich einmal alles auszuräumen, nach Ablaufdatum zu sortieren und wieder einen hübschen gepflegten Lebensmittelschrank zu haben.

Heute ist dieser Tag gekommen. Ferien. Grauer Himmel. Zu wenig schön, um nach draussen zu gehen. Zu schön, um einfach im Bett ein bisschen zu kuscheln. Gesagt, getan. Alles einmal ausräumen. Und staunen. Warum brauche ich dreimal dasselbe Gewürz? Warum habe ich zwei angebrochene Packungen Gelierzucker herumliegen? Habe ich je diese herzigen essbaren Blümchen gebraucht, die schon lange abgelaufen sind? Und warum um Gottes Willen kaufe ich sieben Sorten Mehl und viermal Maizena? Verwende ich eh fast nie…

13 Sorten Teigwaren geht ja noch, die halten lange. Doch Pinien-, Pistazien- und Kürbiskerne – was mache ich mit denen? Mein Basilikum ist schon längstens verdorrt oder ertränkt. So genau weiss ich es nicht. Naja, mein Tatendrang ist heute gross. Ich sortiere aus, räume ein, klebe Etiketten auf. Und freue mich nach getanem Werk. Eins ist mir klar. Ich kaufe in nächster Zeit weder Mehl noch Gelierzucker noch Maizena ein. Und ehrlich gesagt, war das erst ein Schrank…

„Wo wart ihr denn so in den Ferien?“ Ich weiss es von meinen Kolleginnen und Kollegen. Bangkok, München, Mallorca, Malediven, Bukarest. So schön. Ich??? Verlegen sage ich dann halt, dass ich daheim gebraucht wurde. Und zwar intensiv. Das weckt bei meinen Kolleginnen dann doch erhebliches Interesse. „Ist er gutaussehend? Hat er echt so viel Zeit für dich?“ Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Dass einzig und allein mein Küchenschrank so lange auf mich gewartet hat, verrate ich natürlich nicht…nur euch, meinen Lesern…

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